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Eine kurze historische Betrachtung der Oligoplexe® | Wie alles begann | Magdalene Madaus | Dr. Gerhard Madaus | Pastor Felke | Augendiagnose | Wider die herrschende Lehrmeinung | Wie der Name Oligoplexe entstand | Vom Dialog mit der Homöopathie und der Naturheilkunde | Auch in Zukunft Oligoplexe von Madaus |
Der Arzt und Naturforscher Dr. med. Gerhard Madaus (1890 - 1942) beschäftigte sich eingehend mit der Erforschung von Arzneipflanzen
und daraus hergestellter Arzneimittel.
Magdalene Madaus (1857 - 1925) ließ schon 1911 die 'Complexmittel Madaus' in einer Wuppertaler Apotheke nach ihren
Original-Rezepturen herstellen. Nach ihrer Erfahrung und Überzeugung war es oft zu schwierig, für jeden speziellen Fall nach der
klassischen Ähnlichkeitsregel das passende Simile zu finden. So warb sie unermüdlich für die Anerkennung und die Nutzung
ihrer Komplexmittel. |
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Als Frau des altlutherischen Pastors Heinrich Pieter Madaus (1853 -1915) kümmerte sie sich um die alten, die bettlägerigen und die gebrechlichen Mitglieder ihrer Gemeinde. Bedingt durch eine Erkrankung ihres Sohnes Hans und wegen der eigenen körperlichen Schwäche konsultierte sie den in Repelen am Niederrhein praktizierenden naturheilkundigen Pastor Emanuel Felke, im Volksmund liebevoll als der "Lehmpastor" bezeichnet. Er führte sie bald in die Homöopathie ein, die er als Arzneimitteltherapie - neben Licht- und Luftbädern, Wasserbehandlungen und Lehmpackungen - mit guten Ergebnissen praktizierte.
Selbst Anhänger von Hahnemann (1755-1843) und Verordner klassischer Homöopathie, gab er häufig chronisch Erkrankten
eine Mischung mehrerer Arzneien. Seine Homöopathie mit Komplexmitteln stand im engen Zusammenhang mit der Augendiagnose. So hat er, nach
Selbstzeugnis von Magdalene Madaus, bei ihr eine schwere entzündliche Unterleibserkrankung mittels Augendiagnose festgestellt und
erfolgreich mit seinen Kombinationspräparaten therapiert. |
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In dem immer stärker werdenden Konkurrenzkampf nach dem Ersten Weltkrieg ließ sich die Firma Madaus auf Betreiben von Gerhard Madaus ein Warenzeichen eintragen und gesetzlich schützen: Oligoplexe Madaus (gr.: oligos = wenig, gering). Madaus dokumentierte damit, daß es sich um Mischungen geringer, toxisch unbedenklicher Mengen handelt.
Die Produktpalette des neuen Unternehmens setzte sich in erster Linie aus den Komplexmitteln Madaus, aus Einzelhomöopathika,
homöopathischen Spezialitäten und später auch aus Naturarzneimitteln sowie den Präparaten der Biochemie nach
Dr. Schüssler zusammen. Hinzu kamen Teemischungen, Teezubereitungen und Produkte, die in der heutigen Sprache als Diätetika,
Kindernahrung und Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet würden. |
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Zusätzliche Unterstützung für ihre Komplexmittel fanden die Jungunternehmer neben Mutter Magdalene bei Schwester Eva Flink (1886 - 1959). Nach einem durch die unstabile politische Lage im Rheinland erzwungenen Umzug nach Sachsen (1921 nach Radeburg und 1929 nach Radebeul) wurde in Dresden eine Schule für Iridologen gegründet. Auf Vortragsreisen durch das damalige Reichsgebiet und die benachbarten Länder hielten sie vielbeachtete Vorträge, um ihr Komplexmittel-System den Ärzten und Heilpraktikern näherzubringen. Aus der Dresdner Schule entstammt der auch heute noch aktive und weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannte 'Uslarer Kreis'.
Der Heilpraktiker Ernst-Hugo Kabisch (1900 - 1984), ein Schüler von Magdalene Madaus und Eva Flink, führte nach dem Zweiten
Weltkrieg diese Tradition in Uslar fort. Seit 40 Jahren werden hier die Augendiagnose und die Oligoplex-Therapie weitervermittelt.
Die von Madaus gepflegten Kontakte mit Gleichgesinnten im In- und Ausland erleichterten dem Unternehmen die mühevolle Arbeit, die
Idee von den homöopathischen Komplexmitteln zu verbreiten - ungeachtet heftiger Anfeindungen der zahlreichen Gegner aus der
etablierten Medizinszene. Doch nicht, wie oft vermutet, waren es die Vertreter der Schulmedizin, sondern eher die Vertreter der
klassischen Richtung der Homöopathie; die 'echten Schüler Hahnemanns', wie sie sich selbst nannten, die entschiedenen Gegner der
Homöopathie mit Komplexmitteln. |
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Dem Verfasser Gerhard Madaus war es gelungen, in dieser Publikation die Berechtigung der Anwendung von Komplexmitteln zu belegen. Er
untermauerte sie mit historischen Forschungen in den Aufzeichnungen persönlicher Schüler Hahnemanns (Aegidi, v. Bönninghausen, Lutze),
die schon zu Hahnemanns Lebzeiten zumindest Doppelmittel in die homöopathische Therapie einbezogen hatten, wissenschaftlich begleitet
von dem Berner Arzt und Pharmakologen Bürgi, der eine Kombinationsregel für Arzneien aufgestellt hatte. Pharmakologisch prüfte der langjährige wissenschaftliche Leiter des Biologischen Institutes Madaus F. E. Koch 'Mercurius cyanatus oplx' auf seine Diphtheriebakterien-abtötende Wirkung. Es wurden die Einzelmittel gegenüber der Wirkung des gesamten Komplexmittels verglichen und ausgewertet. Das Ergebnis bestätigte das Komplexmittel: Selbst im ungünstigsten Fall war seine Wirkung noch 250mal stärker als die des stärksten in ihm enthaltenen Einzelmittels. So konnten sich, trotz aller Anfeindungen, die Oligoplexe als eigenständiges Therapieprinzip durchsetzen. Heute sind sie das Komplexmittel-System in Deutschland mit der weitesten Verbreitung.
Selbst im Ausland, in Großbritannien, in Schweden, in Österreich und in der Schweiz sind die Komplexmittel von Madaus eine
nicht wegzudenkende Komponente, ein überragender Baustein der Homöopathie in der Hand des erfahrenen Therapeuten.
Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wagte die Unternehmerfamilie, unterstützt von geflüchteten Mitarbeitern, in Köln-Merheim den Neuanfang. Die Vertreibung aus Sachsen sollte sich rückblickend als Segen für den
Fortbestand und die Weiterentwicklung speziell der Oligoplexe erweisen. In der sowjetisch besetzten Zone und später dann in der DDR
war die Ausübung der homöopathischen Heilkunst unerwünscht. Nur wenigen Heilpraktikern und naturheilkundigen Ärzten war
es erlaubt, mit Homöopathika zu therapieren. |
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