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Die Augendiagnose und der Uslarer Kreis im Detail

| Charakteristik | Definition | Ziel | Tagungsort | Die Wurzeln der Augendiagnose | Die Jahrhundertwende | Die Zeichen der Iris | Die Augendiagnose | Heilerfolge | "komplexe Wirkung" | Das Rezept aus dem Auge | "Lehrbuch der Irisdiagnose" | Die nächsten Generationen | Namensgebung | Neue Therapiekonzepte | Die Augendiagnose und die Komplex-Homöopathie | Oligoplexe in der Erfahrung und Beobachtung |

Persönlichkeiten haben die Augendiagnose geprägt
| Georg Joseph Beer | von Pèczely | Liljequist | Pastor Felke | Magdalene Madaus | Eva Flink | Sigolt Wenske | Ernst Hugo Kabisch |


« Augendiagnose ist vor allen Dingen ein Prognostikum, eine Vorausschau. Mit ihr ist es möglich, eine primäre Prävention zu betreiben, die wesentlich effektiver ist als eine nachhinkende Reparatur.»
Sigolt Wenske

 

« Wir haben es hier mit einem geschlossenen System zu tun, das alle Aspekte des noch gesunden, des krank gewordenen und des zu heilenden Menschen umfaßt.»
E. H. Kabisch

 

Augendiagnose
J. Rehwinkel und S. Wenske
ISBN: 3-920060-08-3; EUR 50,00 zzgl. EUR 6,00 Versand

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Die Augendiagnose charakterisierte der Mitbegründer des Uslarer Kreises, Ernst Hugo Kabisch (1900 - 1984), als ein stimmiges und abgeschlossenes System. Ein System, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, nicht seine einzelnen differenzierten Organe.

Ziel und Aufgabe des Uslarer Kreises ist es, die Augendiagnose als wertvolle Hinweis- und Konstitutionsdiagnose zu lehren und Interessenten fortzubilden. Die von Frau Magdalene Madaus und ihrer Tochter Eva Flink praktizierte Methode, das "Rezept aus dem Auge", ist die Grundlage der Augendiagnose-Seminare.

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Ernst Hugo Kabisch, ein Schüler von Magdalene Madaus und Eva Flink, führte in Uslar nach dem Zweiten Weltkrieg eine Naturheilpraxis. Er war neben einigen führenden Mitarbeitern der Firma Madaus einer der Mitbegründer des Uslarer Kreises. Zunächst war der Uslarer Kreis eine reine Interessensgemeinschaft für gemeinsame Fachfortbildungen. Neben der Information über die Augendiagnose stand dabei vor allen Dingen der kollegiale Erfahrungs-austausch im Vordergrund. Im Laufe der Jahre nahm die Zahl der Teilnehmer ständig zu. Eng verbunden mit dem Uslarer Kreis war von Anfang an das Hotel Menzhausen. Das alte Fachwerkhaus, das sich der Jägermeister Jakob Fischer im Jahr 1576 vom Zimmermann Hermann hatte bauen lassen, hat trotz der Anpassung an moderne Standards seinen urigen, gemütlichen Charakter behalten. Ihr übriges tut die Atmosphäre der kleinen malerischen Stadt Uslar am Solling, einem Gebirgszug, dessen weite Wälder zum Wandern einladen. Sie vermittelt auch heute noch die Ruhe und Geborgenheit, die sonst oftmals in unserer hektischen Zeit fehlt.

 Die kleine Stadt Uslar am Rande des Solling war über 40 Jahren Tagungszentrum des Uslarer Kreises. Und aus einem lockeren Zusammenschluß von Therapeuten, die sich für die Augendiagnose interessierten, ist im Laufe der Jahrzehnte ein Verein mit vielfältigen Aktivitäten geworden. Vereinszweck ist die Weiterentwicklung und Förderung der Augendiagnose mit biologischen Therapietips. Der Uslarer Kreis ist eigenständig und unabhängig.

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Die diagnostische Methode, Erkrankungen aus dem Auge abzulesen, ist schon lange bekannt und geht bis ins Altertum zurück. Bereits die Chaldäer (um 1000 v. Chr.) konnten Krankheiten aus dem Auge ablesen. Die Ärzte Griechenlands und Roms folgten ihrem Beispiel.

Über die Anwendung der diagnostischen Methode im Mittelalter ist leider nichts bekannt. Erst 1670 beschreibt Meyens in seiner "Physiognomia medica" eine Organeinteilung der Iris nach Körperregionen. Der Wiener Augenarzt und Inhaber des ersten Lehrstuhls für Augenheilkunde, Georg Joseph Beer (1763 - 1821), der von diesen Dingen nichts wußte, schreibt dennoch in seinem Lehrbuch über Augenkrankheiten: "Alles, was auf den Organismus eines Individuums einwirkt, kann nicht ohne Einwirkung auf das Auge bleiben und so umgekehrt."

Im Jahr 1881 veröffentlichte der ungarische Arzt von Pèczely eine Anleitung zur Augendiagnose mit Irisschlüssel unter dem Titel: "Entdeckung auf dem Gebiete der Natur- und Heilkunde, Anleitung zum Studium der Diagnose aus dem Auge." Zwölf Jahre später publizierte der in Schweden lebende Pfarrer Liljequist seine Untersuchungen zur Augendiagnose unter dem Titel "Diagnose aus den Augen." Wesentlich weiterentwickelt wurde dieses Diagnoseverfahren dann im vergangenen Jahrhundert vor allen Dingen vom "Lehmpastor" Felke.

Auch aus eigener Erfahrung weiß jeder, welche Bedeutung das Auge bei der persönlichen Begegnung mit dem Mitmenschen haben kann. Wir meiden Menschen mit einem kalten stechenden Blick, wir werden vorsichtig und mißtrauisch bei Menschen mit einem fahrigen unruhigen Blick, aber wir fühlen uns dagegen angezogen, wenn man uns offen und mitfühlend anschaut. Das Auge des Kranken blickt den Arzt trübe oder gar fiebrig an, der Blick des Gesunden ist klar und leuchtend. Glänzende Augen deuten ein freudiges Erlebnis an; sie können aber z. B. auch ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder auf Tuberkulose sein.

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Unter Augendiagnose versteht man das Erkennen von Krankheiten oder Krankheitsveranlagungen aus dem menschlichen Auge; relevant ist sowohl das Auge selbst als auch die Region um die Augen herum. Die erkennbaren Zeichen sind sehr vielfältig (z. B. Zeichnungen und Farbe der Iris, Pupillengröße und -form, sichtbare Blutgefäße in der Conjunctiva, Lidform u.v.a.) und ermöglichen dem kundigen Augendiagnostiker den Blick auf das gesundheitliche Befinden des Patienten sowohl in der Vergangenheit als auch in Gegenwart und Zukunft.

Die Iriszeichen entstehen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So ist z.B. die (angeborene) Farbe der Iris ein Zeichen für die Konstitution, d.h. die Veranlagung des Patienten. Hieraus kann der Augendiagnostiker den gesundheitlichen Status quo bzw. den Hinweis auf eine möglicherweise zu erwartende (der Konstitution des Patienten entsprechende) Erkrankung erkennen.

Andere Zeichen entstehen erst mit den Jahren als Reaktion auf die verschiedenen Krankheiten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens durchmacht. Die Iriden beider Augen werden in der Irisdiagnose nach Organ- und Körperbereichen wie eine Landkarte unterteilt, so daß die Iriszeichen diesen Bereichen zugeordnet werden können. Aufgrund der Kenntnis dieser Topographie ist der Augendiagnostiker z.B. in der Lage, an einem weißen Flöckchen oder einer Veränderung der Irisstruktur an einer bestimmten Lokalisation eine chronisch entzündliche oder degenerative Erkrankung im Nachhinein zu erkennen.

Die Augendiagnose ist also eine sehr wertvolle Hilfsdiagnose um schon frühzeitig Anlagen und funktionelle Veränderungen zu erkennen. Wer sich einmal intensiv mit ihr beschäftigt und entsprechende Erfolge erzielt hat, wird auf dieses Hilfsmittel zur rascheren und genauen Diagnosefindung in seiner Praxis nicht mehr verzichten wollen.

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Als Frau des altlutherischen Pastors Heinrich Pieter Madaus nahm Magdalene Madaus (1857 - 1925) häufig an Krankenbesuchen teil. Sie kümmerte sich um die alten, die bettlägerigen und die gebrechlichen Mitglieder ihrer Gemeinde. Als sie selbst einmal schwer erkrankte, besuchte sie den in Repelen am Niederrhein praktizierenden naturheilkundigen Pastor Emanuel Felke (1856 - 1926). Der "Lehmpastor" Felke therapierte sowohl mit klassischen Homöopathika als auch mit Mischungen aus mehreren homöopathischen Substanzen. Durch seine neue Unter-suchungsmethode, die Augendiagnose, sollte Pastor Felke herausfinden, was Magdalene Madaus fehlte. Nicht nur die von Felke mittels Augendiagnose festgestellte schwere Gebärmutterentzündung heilte unter der homöopathischen Behandlung schnell aus, auch der an Kinderlähmung erkrankte Sohn Hans lernte unter Felkes Therapie wieder laufen.

Felke führte Magdalene Madaus in die Homöopathie ein, die er als Arzneimitteltherapie - neben Licht- und Luftbädern, Wasserbehandlungen und Lehmpackungen - mit guten Ergebnissen anwandte. Obwohl selbst Anhänger Hahnemanns und Praktiker der klassischen Homöopathie, verordnete er chronisch Erkrankten häufig mehrere Arzneistoffe gleichzeitig, von deren "komplexer Wirkung" er überzeugt war.

Felkes Heilerfolge  beeindruckten  Magdalene Madaus so sehr, daß sie zu seiner begeisterten Schülerin wurde. Schließlich machte Felke sie auch mit der Augendiagnose vertraut. Magdalene Madaus übernahm seine Idee, das "Rezept aus dem Auge." Magdalene Madaus erkannte schnell, daß Augendiagnose und "Felke'sche Komplextherapie" eine untrennbare Einheit bilden. Sie wußte aber auch, daß Felke nicht der einzige war, der mit derartigen Komplexmitteln arbeitete. In der eigenen Familie und im Freundeskreis überprüfte Magdalene Madaus die von Felke übernommenen Diagnosetechniken und erweiterte sie. Sie war es, die die zirkuläre Topographie in die Augendiagnose einführte. Damit wurde es für den Therapeuten möglich, sogenannte "Organplätze", d. h. Punkte zu bestimmen, die auf Krankheiten oder Störungen an bestimmten Organen hinweisen. Magdalene Madaus bezog außerdem die Konstitution des Patienten, seinen Körperbau, seine Hände, seinen Gang, die Art, wie er sich gab, wenn er mit dem Therapeuten redete, und vieles mehr in ihre Beobachtungen ein und entwickelte hieraus die Iris-Konstitutionen.

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Ihren über Jahrzehnte angesammelten reichen Erfahrungsschatz hinterließ Magdalene Madaus in ihrem "Lehrbuch über die Irisdiagnose", dessen erste Auflage 1916 in Bonn erschien. Die therapeutischen Erfahrungen von Magdalene Madaus wurden von ihrer Tochter Eva Flink (1886 - 1959) weiter ausgebaut und mündeten schließlich in der Gründung einer Schule für Iridologen in Dresden. In Kursen und Vorträgen verstand Eva Flink es, Heilpraktiker, an der Naturheilkunde interessierte Ärzte und die eigenen Mitarbeiter zu überzeugen. Ihre Kurse dauerten damals drei Monate. Eva Flink erreichte auf dem Gebiet der Augendiagnose eine solche Fertigkeit, daß es ihr ähnlich wie Felke gelang, die notwendige Therapie direkt aus der Iris des Erkrankten abzulesen.

Auch der spätere Begründer des Uslarer Kreises, Ernst Hugo Kabisch, war Hospitant bei Eva Flink. Er hatte sie in "Flinks Lehrinstitut System Madaus" in Dresden-Striesen kennengelernt und gehörte von 1928 bis 1939 zu ihren Schülern. Er brachte als erster die Augendiagnose in ein gut überschaubares System. Ihm ging es jedoch nicht nur um die Diagnose, sondern auch um die Therapie. Kabisch verfeinerte die Methode, das "Rezept aus dem Auge" abzulesen, indem er die Bedeutung der Irispigmente erforschte und in seine Betrachtungen mit einbezog. Als erster Augendiagnostiker gab Kabisch eine Pigmenttafel heraus, die von grundlegender Bedeutung für alle wurde, die diese Methode anwandten. Kabischs Wunsch war es, die gesammelten Erfahrungen und die in einem reichen, der Heilkunde gewidmeten Leben gewonnenen Erkenntnisse den Kolleginnen und Kollegen zugänglich zu machen.

Die Voraussetzungen für derartige Zusammenkünfte und Vorträge waren allerdings damals nicht einfach. Moderne Kommunikationsmittel standen kaum zur Verfügung und ohne ein ausgeprägtes Improvisationstalent ging nichts. Schon bald hatte Kabisch erkannt, daß Vorträge über die Augendiagnose unbedingt auch Anschauungsmaterial benötigen, um dem Teilnehmer die nötigen Zusammenhänge zwischen Diagnose und Therapie vermitteln zu können. Glücklicherweise befand sich unter seinen Patientinnen eine zeichnerisch begabte Dame, die zudem noch das notwendige Verständnis für die neue Materie aufbrachte. Sie zeichnete die Papptafeln, auf denen die entsprechenden Irissegmente und die Irispunkte dargestellt waren. Hilfreiche Hände mußten diese Tafeln während der Vorträge hochhalten, damit die Besucher sehen konnten, um welche Erscheinungen an der Iris es sich handelte. Viele Stunden opferten Ernst Hugo Kabisch und seine Mitarbeiterin der Fortbildung der Kollegen und Kolleginnen.

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Mit Erfolg, wie die stetig steigenden Teilnehmerzahlen der Kurse des Uslarer Kreises zeigten. Bis Ende 1958 fanden in kurzer zeitlicher Folge Vorträge und Tagungen in Bad Lauterberg, Northeim, Nörten-Hardenberg, Blankenhagen, Moringen und anderen Orten statt. Der zweite diesen Kreis prägende Mensch war Fritz Ness. Er vereinigte bereits 1955 im niedersächsischen Raum ansässige Heilpraktiker und Ärzte zu gemeinsamen Fachfortbildungsveranstaltungen. Vier Jahre später bestimmte Fritz Ness die Stadt Uslar und hier das Hotel Menzhausen auch zum Tagungsort für seine schon sehr rege besuchten Veranstaltungen.

Um dem nun schon seit mehreren Jahren bestehenden Kreis einen Namen zu geben, schlug ein an den Vorträgen teilnehmender Arzt den Begriff "Asome - Akademie für Sondermethoden" vor. Dieser Vorschlag fand jedoch nicht viele Befürworter, und damit blieb es ganz einfach bei der noch heute gültigen Bezeichnung "Uslarer Kreis". Im Oktober 1959 fand die erste Veranstaltung des nun offiziellen Uslarer Kreises mit 60 Teilnehmern statt. Dies war der Auftakt für die nunmehr seit über 4 Jahrzehnten stattfindenden Kurse für Augendiagnose und biologische Therapie.

Die Uslarer Bürger standen dem Treiben des Kreises anfangs etwas mißtrauisch gegenüber; das legte sich jedoch, als sie feststellten, daß die Teilnehmer wirklich zum Lernen und Lehren in ihre Stadt gekommen waren. Schließlich hatte man sich so sehr an diese Gäste gewöhnt, daß man oft die Frage hörte: "Wann kommen denn die Augenkieker wieder her?"

Seit 1968 vermittelten die erfahrenen Heilpraktiker Jürgen Rehwinkel und Sigolt Wenske ihr Wissen und ihre Praxiserfahrungen an die Kursteilnehmer. Sie übernahmen auch gemeinsam die Leitung des Uslarer Kreises, nachdem Ernst Hugo Kabisch in den wohlverdienten Ruhestand gegangen war. Im Jahr 1971 veröffentlichte Kabisch in der "Naturheilpraxis" eine Reihe von Aufsätzen unter der Sammelüberschrift "Die Irispigmente", in denen er diagnostische und therapeutische Probleme abhandelte.

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1975 wurde Werner Eberhard die Organisationsleitung des Uslarer Kreises übertragen, unterstützt wurde er von Gisela Weber. Eberhard war auch maßgeblich an der Einführung des nunmehr dritten Kurses der Uslarer Seminarreihe beteiligt. Nach 20 Jahren, im Jahr 1995, übernahm der Heilpraktiker Adolf Ersfeld des Amt des Organisationsleiters. Im gleichen Jahr trat Jürgen Rehwinkel in den Ruhestand. Dem ersten Vorsitzenden des Uslarer Kreises, Sigolt Wenske, standen nun mit den beiden Heilpraktikern Hans Gütter und Walter Schwarz zwei weitere praxiserfahrene Referenten zur Seite. Verstärkung erhielten sie 1999 durch die Biologin Dr. Edith Klein. Fünf Jahre später, im Jahr 2000, übernimmt Walter Schwarz den Vorsitz des Uslarer Kreises, Sigolt Wenske nimmt die Interessen des Vereins als zweiter Vorsitzender wahr. Im Jahr 2001 werden die Heilpraktiker Hans Gütter und Adolf Ersfeld verabschiedet. Nachfolger im Amt des Organisationsleiters wird Klaus-Jürgen Böhnert. Das gerade begonnene Jahr 2003 wird überschattet durch den plötzlichen Tod des ersten Vorsitzenden, Walter Schwarz. Der Uslarer Kreis wird ihm ein erhrendes Andenken bewahren. Seit November 2003 führt Dr. Edith Klein den Vorsitz des Uslarer Kreises.

Die Kurse in Uslar, das Einführungsseminar I im Frühjahr, das fortführende Seminar II im Herbst und der Kurs III für die erfahrenen Kollegen haben schon jahrzehntelange Tradition. Neben diesen drei festen Seminarzyklen haben sich im Laufe der Zeit Arbeitskreise gebildet, die regelmäßig Seminare durchführen. So besteht z. B. der Arbeitskreis in Hamburg bereits seit 32 Jahren. Er wurde damals von Jürgen Rehwinkel ins Leben gerufen. Außerdem finden Arbeitskreise in Berlin, Leipzig, Magdeburg, Oldenburg, Göttingen, Rosenheim, Erlangen, Kiel, Karlsruhe, Herrenberg, Koblenz, Neunkirchen, Bochum, Niederwürzbach statt, sowie ein Wochenkurzs an der FDH-Schule in München. Auch diese Kurse werden schon seit vielen Jahren durchgeführt. Darüber hinaus werden an einigen renommierten Heilpraktikerschulen in den Abschlusstrimestern Einführungswochen in die Augendiagnose abgehalten, sogenannte "Schnupperkurse", um den künftigen Kollegen den augen-diagnostischen Weg schmackhaft zu machen. Ziel ist es, an allen namhaften Heilpraktikerschulen derartige Kurse zur Augendiagnose und Therapie mit Oligoplexen einzurichten. Die Kurse und Seminare stehen allen Interessenten offen. Detaillierte Informationen dazu sind über die Organisationsleitung des Uslarer Kreises erhältlich. Für alle Absolventen der Kurse I-III wurde im Jahr 2005 neu der Kurs IV als "Augendiagnostisches Kolloquium" geschaffen, der in einer Naturheilpraxis stattfindet.

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Ein wichtiges Tätigkeitsfeld des Uslarer Kreises ist auch die laufende Arbeit an der Weiterentwicklung der Augendiagnose. Es werden neue Therapiekonzepte erstellt und das Lehr- und Anschauungsmaterial verbessert. Weiterhin gibt der Uslarer Kreis die Bücher "Augendiagnose" und "Oligoplexe - ein Therapiesystem" heraus. Das Lehrbuch "Augendiagnose" von Sigolt Wenske und Jürgen Rehwinkel, ein praxisgerechtes, 302 Seiten starkes Werk, kam im Jahr 1989 heraus und kann - wie die anderen Publikationen auch - bei der Organisationsleitung des Uslarer Kreises bestellt werden.

Im Laufe der Jahre wurde Uslar und seit 2002 Göttingen das Ziel vieler Heilpraktiker und Ärzte, die die Augendiagnose und biologische Therapie anwenden. Sie wissen, wie wichtig der Erfahrungsaustausch mit Kollegen ist, um dem kranken Menschen helfend zur Seite stehen zu können. Der Uslarer Kreis wurde zu einer festen Institution und zu einem Synonym für die Vertreter der Augendiagnose in Deutschland.

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Die diagnostischen Erfahrungen, die Magdalene Madaus bei zahlreichen Patienten gewonnen hatte, wirkten sich natürlich auch auf ihre therapeutischen Kenntnisse aus und führten zu einer entsprechenden Ausgestaltung der Komplexmittel. Eine der wesentlichen Aufgaben bestand darin, die Zahl der Einzelkomponenten zu beschränken.

Bisweilen wurden von anderen Herstellern "Kombinationen" mit 20 und mehr Einzelbestandteilen auf dem Markt angeboten. Die angewendeten Therapeutika nannte Magdalene Madaus zunächst "Complexe", bis sich schließlich der Name Oligoplexe durchsetzte. Der Name Oligoplex leitet sich von dem griechischen Wort "oligos" = wenig ab und bezieht sich auf die Zahl der Inhaltsstoffe. Im Wortteil "plex" blieb das ursprüngliche "Complex" erhalten. Unter "Oligoplexen" versteht man auf bestimmte Krankheitsbilder ausgerichtete Kombinationen homöopathischer Einzelstoffe pflanzlicher, mineralischer oder organischer Herkunft. Die Oligoplexe sind damit also aus der Augendiagnose und der Iris-Konstitution entwickelt worden. Jahrzehntelange Erfahrung und Beobachtung in der naturheilkundlichen Praxis sind ebenso Stütze dieses Therapiesystems wie experimentell- und klinisch-pharmakologische Prüfungen, in denen die Wirksamkeit der Oligoplexe gezeigt werden konnte. So unterzog z. B. F. E. Koch Mercurius cyanatus Oligoplex einer In-vitro-Prüfung auf Diphtheriebakterien. Die Wirksamkeit des Komplexes war 250mal höher als die der Einzelmittel.

Hiermit wird auch die von Professor Bürgi, Bern, aufgestellte Regel bestätigt, die besagt: "Zwei Substanzen, welche die gleiche Funktionsänderung hervorrufen bzw. dasselbe Krankheitssymptom beseitigen, addieren sich in ihrer Wirkung, wenn sie gleiche, und potenzieren sich, wenn sie verschiedene pharmakologische Angriffspunkte haben." Dass diese Kombinationen sinnvoll angewandt werden, und dass zunächst mit Hilfe der Irisdiagnose und unter Berücksichtigung der Konstitution die therapeutisch richtigen Wege aufgezeigt werden, ist letztlich auch Ziel des Uslarer Kreises.

Augendiagnose
J. Rehwinkel und S. Wenske
ISBN: 3-920060-08-3; EUR 50,00 zzgl. EUR 6,00 Versand

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